Bericht Veranstaltungen vom 03.07 und 04.07

Bericht des FDP-Arbeitskreis Wirtschaftsethik

Am 3. und 4. Juli 2019 fanden zwei Veranstaltungen zu den Themen Werte und Verantwortung in der Wirtschaft statt. An diesem Veranstaltungs-Doppelpack war auch unser Arbeitskreis Wirtschaftsethik vertreten. In beiden Veranstaltungen wurde die Notwendigkeit wertbezogenen Handelns in der gegenwärtigen Wirtschaftspraxis ausdrücklich hervorgehoben. Die Wahrnehmung einer Vorbildfunktion durch die Führungskräfte und die Entwicklung von Ethikcodices in den Unternehmen wurde von den Diskussionsteilnehmern in beiden Veranstaltungen als taugliche Mittel zur Implementierung wirtschaftsethischen Denkens und Handelns in der Wirtschaft angesehen.

1. Veranstaltung des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer in Deutschland e.V. (AEU) zum Thema:

„Wie vermittle ich die Werte meines Unternehmens an die Mitarbeitenden?“

in den Räumen der menzerna polishing compounds GmbH in Ötigheim am 3. Juli 2019

Auf Einladung des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer in Deutschland e.V. (AEU) nahmen Hubert Lechner und Thomas Nattrodt vom Arbeitskreis Wirtschaftsethik des Kreisverbandes Karlsruhe der FDP an der AEU-Veranstaltung: „Wie vermittle ich die Werte meines Unternehmens an die Mitarbeitenden?“ teil.

Der Termin war als Unternehmergespräch klassifiziert, bestand aus einem kleinen Kreis von etwa 15 Teilnehmern und wurde von der Organisationsentwicklerin Annette Bohland moderiert. Gastgeber war Herr Dr. Tilo Franz, Sprecher des Leitungskreises der regionalen Arbeitsgruppe Karlsruhe/Mittelbaden des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer in Deutschland e.V. und Eigentümer der menzerna polishing compounds GmbH.

Die Veranstaltung gliederte sich in zwei Teile. Im ersten Teil, der den Charakter eines Workshops hatte, wurde den Teilnehmern ein DIN A4-Blatt ausgehändigt, auf dem ein breites Spektrum an Werten aufgeführt war. Das reichte von A wie Achtsamkeit über L wie Loyalität bis Z wie Zuverlässigkeit. Die Teilnehmer sollten auf diesem Blatt jeweils drei Werte markieren, die ihnen besonders wichtig sind. Danach war ein Wert zu kennzeichnen, der für den Einzelnen von ganz zentraler Bedeutung ist. Die Teilnehmer begaben sich daraufhin, der guten aristotelischen Tradition folgend, paarweise auf einen Spaziergang und teilten sich gegenseitig die markierten Werte des jeweiligen Gesprächspartners mit, wobei die Präferenz der Werte zu begründen war. Auf diese Weise wurde die Unterschiedlichkeit subjektiver Wertvorstellungen offenbar.

Nach einer Pause wurde im zweiten Teil die Notwendigkeit von Werten in einer Gesellschaft durch sieben Thesen herausgearbeitet:

  1. Werte geben Orientierung
  2. Werte werden im Menschen erlebbar
  3. Werte rufen nach Konkretisierung
  4. Werte entwickeln sich
  5. Menschen brennen für Werte
  6. Werte entwickeln sich im Dialog (Wertewerkstatt)
  7. Werte machen künftig den Unterschied

Die Orientierung der Unternehmen an Werten sei für diese ein sehr starker Erfolgsfaktor, so Annette Bohland.

Die Vermittlung von Unternehmenswerten erfolgt durch die Formulierung von Ethikcodices. Besonders wichtig dabei ist, dass die Unternehmensleitung die in den Ethikcodices niedergelegten Werte und Handlungsanweisungen vorlebt und damit die Führungskräfte eine Vorbildfunktion ausüben. Nur so lässt sich ein normatives Handeln auch, aber nicht nur, von den Mitarbeitern einfordern.

 

2. Veranstaltung des Forum Business meets Science zum Thema:

„Unternehmensführung – die Verantwortung des Managements im 21. Jahrhundert“

im KIT – Karlsruher Institut für Technologie am 4. Juli 2019

Einen Tag später, am 4. Juli 2019, diskutierten im KIT – Karlsruher Institut für Technologie namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft über das Thema Unternehmensführung – die Verantwortung des Managements im 21. Jahrhundert“.

Unser Parteifreund Hubert Lechner, der die Veranstaltung auch organisiert hat, führte in das Thema ein. Er stellte die Defizite an ethischer Geisteshaltung in der gegenwärtigen Wirtschaft und Gesellschaft dar. Um die Entwicklung zum Positiven zu wenden, sei es in erster Linie Aufgabe der Unternehmer und des Unternehmensmanagements in ethischen Fragen durch beispielhaftes Verhalten voranzugehen. Die Beiträge der Diskussionsteilnehmer führen stichwortartig zu folgendem Erkenntnissstand:

  • Die Führer der Unternehmen sollen sich als Diener der Geführten begreifen und Führungsstärke zeigen
  • Führung ist Dienstleistung
  • Der Umgang mit den Mitarbeitern muss sich auf Regeln gründen
  • Ohne Glaubwürdigkeit lässt sich kein Unternehmen führen
  • Die Authentizität des Unternehmers ist von herausragender Bedeutung
  • Die Veränderung der Technik und der Rahmenbedingungen hat sich beschleunigt. Darauf muss angemessen reagiert werden
  • Mitarbeiter brauchen Handlungsspielräume
  • Prüfung der Zumutbarkeit von Neuerungen für die Mitarbeiter (Stichwort Agilität)
  • Mitarbeiter sollen sich im Unternehmen entwickeln können
  • Vorbildfunktion und Kommunikation sind für das Management essentiell

Bei dieser Veranstaltung war erfreulicherweise der Kreisverband Karlsruhe mit neun Mitgliedern überdurchschnittlich repräsentiert. Das Unternehmergespräch der AEU soll am 18. September 2019 weitergeführt werden. Außerdem ist eine Veranstaltung zum Thema Werte für den November in der Evangelischen Akademie Bad Herrenalb vorgesehen.

Arbeitskreis Wirtschaftsethik des KV Karlsruhe der FDP

Thomas Nattrodt (Arbeitskreisleiter)

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