Brücken bauen!

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Wer schon einmal von Freudenstadt in Richtung Kaiserslautern oder Straßburg gefahren ist, kennt das Problem: Die Rheinbrücken, sowohl zwischen Karlsruhe und Wörth als auch bei Iffezheim und zwischen Kehl und Straßburg, sind ein dauerndes Ärgernis. Stau und lange Verzögerungen sind hier Alltag, die Brücken ein dauerndes Nadelöhr. Wirtschaft, Bevölkerung und Mobilität im Südwesten Deutschlands sind gewachsen, doch die großen Infrastrukturprojekte wurden nur allzu oft auf die lange Bank geschoben – die Brücken sind allesamt in den 1960er und 70er Jahren entstanden: Die Europabrücke Kehl wurde im Jahr 1960 fertiggestellt, die Rheinbrücke Maxau zwischen Karlsruhe und Wörth 1966 und die Rheinbrücke Wintersdorf bei Iffezheim 1975. Seither ist nicht viel geschehen.

Denn seit 2003 befindet sich eine zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe im Bundesverkehrswegeplan, doch einen Spatenstich gibt es bisher nicht. Bedenken und Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verzögerten ständig die Fortschritte. Inzwischen drängt die Zeit: Denn die Zuwege der Brücke Maxau werden voraussichtlich im nächsten Jahrzehnt saniert werden müssen, eine neue Brücke kann man aber auch nicht von heute auf morgen bauen. Sollte die alte Brücke für eine Sanierung vollgesperrt werden, ohne dass es eine Alternative gibt, droht der gesamten Region der Verkehrskollaps. Denn was dann passiert, kann man beobachten, wenn die Brücke Maxau für eine Demonstration gesperrt wird: Die Autofahrer müssen über Germersheim oder das Elsass ausweichen, neben den langen Umwegen kommt es auch zu noch mehr Staus.

Insofern ist es mehr als begrüßenswert, dass der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Wissing hier Druck macht.

Inzwischen findet sich die neue Brücke im Bundesverkehrswegeplan in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“.

Es fehlt nur noch eines: Der tatsächliche Bau.

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