Betr.: Stellungnahme der SPD-Gemeinderatsfraktion zur Vorstellung des Stadttaubenkonzepts

Betr.: Stellungnahme der SPD-Gemeinderatsfraktion („Basler Modell“ verteidigt / SPD-Fraktion reagiert auf Treffen zu Taubenproblem, BNN, 13.04.2018) zur Vorstellung des Stadttaubenkonzepts des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am 10. April 2018

Karlsruhe, den 15. April 2018

„Mit dieser Stellungnahme hat sich die SPD als seriöser Partner für das Thema Tierschutz in Karlsruhe disqualifiziert“, bedauert FDP-Kreisvorsitzender Hendrik Dörr.

„Die Stellungnahme der SPD-Gemeinderatsfraktion zur Vorstellung des Taubenschlags auf dem Gelände des KIT am 10.04.2018 belegt erneut die Unsinnigkeit des sog. Basler Modells und das Fehlen jeglicher Sachkompetenz derer, die dessen Einführung in Karlsruhe befürworten“, unterstreicht die FDP-Tierschutzbeauftragte Frauke Nagel.

Welche der aufgestellten Behauptungen absurder ist – Stadttauben fänden selbst im Winter ausreichend Nahrung außerhalb der Stadt oder Stadttauben hätten durch die Futtersuche nicht mehr genug Zeit zum Brüten – sei dahingestellt. Tatsache ist, dass die Verfechter des sog. Basler Modells offenkundig nicht einmal über hinreichend Sachkunde verfügen, um eine, auf den Lebensraum Stadt angewiesene Stadttaube von einem außerhalb der Stadt lebensfähigen Wildvogel zu unterscheiden. Dass Tauben Stressbrüter sind, also gerade bei bestandsbedrohendem Nahrungsmangel ihre Brutaktivität erhöhen, ist bei den Befürwortern des sog. Basler Modells offenbar ebenso wenig bekannt.

Nicht das in Karlsruhe bestehende sog. Augsburger Modell (Regulierung des Bestands durch kontrollierte Fütterung und Gelege-Austausch) ist gescheitert, sondern dessen Umsetzung durch die Verwaltung. Wer die Tauben eigenmächtig mit zu wenig oder verschimmeltem Futter versorgt bzw. ihnen durch Schließung von Taubenschlägen und Fütterungsplätzen die Nahrung vollständig entzieht, darf sich nicht wundern, wenn die hungernden Tiere auf der Suche nach unseren Nahrungsabfällen in die Fußgängerzone zurückkehren, und sich unkontrolliert vermehren“, erklärt Nagel.

Die verheerenden Auswirkungen eines Futterentzugs à la Basler Modell zeigen sich bereits anschaulich im Bereich des Europaplatzes. Dorthin, und nicht „außerhalb der Stadt“, sind etliche Tauben infolge der durch die Verwaltung veranlassten Einstellung der kontrollierten Fütterung am Mühlburger Tor auf der Suche nach Nahrungsabfällen abgewandert, wo sie nun die Abgänge zur U-Strab bevölkern und bebrüten – Unsummen an Reinigungs- und Vergrämungskosten als „Folgekosten“ der U-Strab vorprogrammiert.

Vom nachhaltigen Erfolg einer seit 16 Jahren konsequenten Umsetzung des Augsburger Modells konnten sich die anwesenden Stadträte anlässlich der Vorstellung des Taubenschlags im KIT selbst überzeugen. Von der SPD-Gemeinderatsfraktion und war niemand erschienen.

„Unsere Forderung ist klar: die SPD soll gemeinsam mit den anderen Akteuren die konsequente Umsetzung des bestehenden Modells verfolgen und von der absurden Forderung des Basler Modells Abstand nehmen. An dieses Thema muss jetzt ein Haken, damit sich wieder von allen um die zukunftssichernden Themen der Stadt Karlsruhe gekümmert werden kann“, so Dörr abschließend.

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FDP Karlsruhe-Stadt

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